Kanoniere

Wenn der Adler fällt und damit der neue Schützenkönig feststeht, wird dies traditionell mit drei Salutschüssen angezeigt. Eigens für diesen Zweck hegt und pflegt der Tonnenheider Schützenverein drei eigene Salutkanonen.
Seine Majestät, Christian Schwettmann (Tonnenheide 25 – heute Dauweg 4), hatte 1933 die drei Kleingeschütze in der Rahdener Maschinenfabrik in Auftrag gegeben. Bis zum Kriegsausbruch 1939 kümmerte sich Hermann Weghorst um den stolzen Besitz. Um die Kanonen während des Kriegs vor dem Einschmelzen durch das Militär zu schützen, versteckten die Tonnenheider die Salutgeschütze in privaten Kellern.

1950 konnte erstmals wieder ein Tonnenheider Schützenkönig standesgerecht mit drei Salutschüssen aus den eigenen Kanonen begrüßt werden.

Die Wartung und Pflege der Salutkanonen erfolgte bis 1988 nacheinander durch die Vereinsmitglieder Heinz Hartmann, Werner Rühmeier, Hermann Jäger und Herbert Heinz. Ab 1988 übernahmen Rolf Strathmann und Jürgen Bödecker diese Aufgabe.

Doch auch Salutgeschütze müssen sich dem Zeitgeist unterwerfen: Im Jahr 1989 erfolgte ein Umbau der Kanonen. Die Zündlöcher und Zündpfannen für die Lunte wurden durch eine elektronische Zündung ersetzt. Rolf Strathmann und Hermann Jäger begleiteten diesen Umbau und führten die Salutkanonen dem Eichamt.

Hannover in Bad Münder zur endgültigen technischen Abnahme vor. Den Schusstest bestanden alle drei ohne Beanstandung.

Am 2. Februar 2007 gründete sich innerhalb des Tonnenheider Schützenvereins die Gruppe der Tonnenheider Kanoniere. Nachdem bislang stets Einzelpersonen für die Wartung und Pflege der historischen Geschütze verantwortlich waren, übernahm diese Aufgabe fortan das Kanonierteam.

Anlässlich des bevorstehenden Schützenfestes in Tonnenheide vom 18. bis 20. Juli wird am Samstag, den 19. Juli die Anschaffung der Tonnenheider Salutkanonen vor 75 Jahren gebührend gefeiert werden.